Vorteile der 60-Minuten-Stunden - Auszüge Homepages anderer Schulen

  • Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster

    Mit einer Verlängerung der Unterrichtsstunde auf 60 Minuten sind folgende didaktische und methodische Vorteile verbunden:

    • Eine Verlängerung der Unterrichtsstunde von 45 Minuten auf 60 Minuten ermöglicht stärker schülerzentrierte Arbeitsformen, die das selbstständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler fördern.

    • Gerade bei Einbeziehung schülerzentrierter Arbeitsformen und Förderung selbstständigen Arbeitens können in einer 45-minütigen Unterrichtsstunde Stundenthemen oftmals nicht zum Abschluss gebracht werden, weil die Auswertung der einzelnen Schülerarbeit oder der Gruppenarbeit mehr Zeit erfordert, als in 45 Minuten zur Verfügung steht. Eine abschließende Gesamtauswertung und Beurteilung wird daher häufig in die nächste Stunde verlegt, es ergeben sich so immer wieder „Überlappungen“. Eine mögliche abschließende Behandlung eines Themas in einer 60-Minuten-Unterrichtsstunde verhindert Zeitverluste.

    • Darüber hinaus erleichtert eine Verlängerung der Unterrichtsstunde die Durchführung projektorientierten Arbeitens sowie experimentellen Unterrichts in den Naturwissenschaften.

    • Es werden weniger Fächer am einzelnen Schultag unterrichtet und es erfolgen weniger Raumwechsel und weniger Lehrerwechsel. Dadurch gelangt mehr Ruhe in den Ablauf des Schultages, die insbesondere vor dem Hintergrund der Verdichtung der Lernzeit in G8 pädagogisch dringend erforderlich ist.

    • Die mit der Verlängerung der Unterrichtsstunde verbundene Reduktion der Anzahl der Stundenanfänge pro Schultag bedeutet einen effektiven Gewinn echter Lernzeit.

      Die Schülerinnen und Schüler müssen pro Schultag weniger Material und insbesondere weniger Schulbücher mitbringen.

      Unsere bisherigen Erfahrungen mit der 60-minütigen Unterrichtsstunde bestätigen diese qualitativen Verbesserungen, so dass wir sicher sind, mit der Einführung der 60-minütigen Unterrichtsstunde unsere schulische Arbeit zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler weiter verbessert zu haben.

       

    Grund- und Gemeinschaftsschule Pönitz

    Der Schulalltag werde entschleunigt, in den naturwissenschaftlichen Fächern gebe es mehr Zeit für Experimente, beim Sport gehe nicht fast alles für Umziehen und Umbauen drauf. „Der Unterricht wird effektiver.“ Statt sechs oder sieben Unterrichtsstunden werde in vier oder fünf Blöcken à 60 Minuten unterrichtet. Weniger Schulfächer am Tag bedeuteten zudem weniger Hausaufgaben. Die Kinder bekämen nachmittags mehr Freiräume.

     

    Philologenverband und GEW

    Helmut Siegmon, Chef des Philologenverbandes, befürwortet die Umstellung. Im alten Rhythmus täten sich Schüler oft schwer, bis zu sieben Fächer vorzubereiten – und sich sieben Mal am Tag auf eine neue Lehrkraft einzustellen. Die 60 Minuten ermöglichten, Themen im Unterricht besser zu vertiefen.

    „Es gibt gute Gründe, den Rhythmus zu verändern“, erklärt Bernd Schauer vom GEW-Landesverband. „Häppchen-Lernen ist nicht das Wahre.“ Allerdings müssten Lehrer und Schüler ein neues Konzept aus Überzeugung mittragen.

     

    Jürgen-Fuhlendorf-Gymnasium Bad Bramstedt

    Ganz entscheidend ist für uns, dass sich dadurch für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte die Anzahl der Unterrichtsfächer pro Schultag verringert. Wenn die Schülerinnen und Schüler weniger Fächer pro Tag haben, bedeutet dies auch, dass sie sich jeden Tag auf weniger Fächer vorbereiten, weniger Unterrichtsmaterialien mitnehmen und seltener die Räume wechseln müssen. Die Schultaschen werden leichter.

    Auch geht weniger Unterrichtszeit zu Stundenbeginn durch organisatorische Fragen verloren, weil es einfach weniger Unterrichtsanfänge gibt.

    Das durchgängige 60-Minuten-Modell ohne Doppelstunden erleichtert darüber hinaus auch die Erstellung eines sinnvollen Stunden- und Vertretungsplans.

    Vor allem haben wir aber festgestellt, dass der 60-Minuten-Takt zu einer deutlichen Beruhigung und Entlastung der Schultage führt.

     

    Gorch-Fock-Grundschule Kiel

    Mit dem Abschied von der 45-Minuten-Taktung und der Einführung von 60-Minuten-Einheiten haben wir optimale Rahmenbedingungen für offene Lernformen im Unterricht geschaffen. Der Anteil von tatsächlicher Lernzeit ist automatisch erhöht. Durch die neue Tagesstruktur haben wir bessere Möglichkeiten des Einsatzes individualisierender Lernformen und neuer Medien. Partner- und Gruppenarbeit, Lerntheken, Arbeitspläne und Stationsarbeit sind selbstverständliche Elemente unseres Unterrichts. Helfer- und Expertensysteme in den Klassen unterstützen die Kinder in ihren Lernprozessen miteinander.

     

    Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen

    Zwar könne man keine belastbaren statistischen Werte liefern. Aber: "Wir haben tolle Abiturergebnisse und weniger Sitzenbleiber, seit wir so unterrichten."

    Eine Einschätzung, die von einem Gutachten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestützt wird. "Wir haben vor Jahren bei einer der ersten Schulen, die das Prinzip anwandten, die Ergebnisse evaluiert", berichtet Marianne Demmer von der GEW. Das Fazit der Untersuchung: "Das Modell macht durchaus Sinn, die Ergebnisse waren überwiegend positiv."

     

    Lexikon der Pädagogik im Jahr 1914

    „Durch die Einführung der Kurzstunde ist indes die peinliche Innehaltung und Ausnutzung der Zeit von 45 Minuten strenges Erfordernis geworden. Da außerdem die Pausen gekürzt sind, werden die Lehrer systematisch zu militärischer Pünktlichkeit, wenn nicht zu übertriebener Hast angetrieben, die jede Behaglichkeit verbannt und die Nerven schädigt. Sie entspricht zu sehr dem ruhelosen Geiste unseres Zeitalters, um als Symbol pädagogischer Weisheit und Vollkommenheit gelten zu dürfen.“

     

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60-Minuten in Handewitt


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