Warum 60-Minuten?

  • Warum macht sich eine erfolgreiche Schule wie die Siegfried-Lenz-Schule Handewitt auf den Weg, das Stundenkonzept und den Tagesrhythmus für alle am Standort Handewitt Beteiligten zu verändern?

     

    Schule befindet sich in einem ständigen Veränderungsprozess. Viel schneller als früher verändern sich Anforderungen an Lehrende und das pädagogische Personal, an Lernende und an Erziehende. Das Hin und Her von G9 zu G8 und zurück ist hier nur ein Beispiel. Auch wir als Gemeinschaftsschule mit Oberstufe (GemSmO) sind diesem Wandel unterlegen. Die Besonderheit, dass wir eine GemSmO mit Grundschule an drei Standorten, Förderzentrumsteil und DaZ-Zentrum sind, ändert an der Tatsache nichts, dass wir pädagogische Strömungen wahrnehmen, aufgreifen, bewerten und gegebenenfalls umsetzen müssen. Im Umkehrschluss bedeutet es aber nicht, dass wir jede Entwicklung mitmachen müssen. So ist z.B. die Idee des JüL (Jahrgangs-übergreifendes Lernen) in den Grundschulteilen sehr unterschiedlich umgesetzt worden. Diese Unterschiede sind pädagogisch begründet und den Gegebenheiten und Bedürfnissen vor Ort angepasst worden.

     

    Nicht zu vergessen ist, dass wir als GemSmO auch in einer Konkurrenz zu den umliegenden Gymnasien stehen. Mit etwa 1200 Lernenden an allen drei Standorten und in allen fünf Abteilungen sind wir zudem eine der größten Schulen im nördlichen Schleswig-Holstein. Als Gemeinschaftsschule verstehen wir uns als Schule für alle Schülerinnen und Schüler. Wir versuchen, alle Lernenden zum höchst möglichen Abschluss zu bringen und ihre vielfältigen Stärken und Interessen zu erkennen und zu fördern. Vielfalt zu leben und Lernende zu verantwortungsbereiten und selbstständigen Persönlichkeiten zu entwickeln, ist das Ziel unserer Schule. Dabei fordern wir Leistung, bieten aber auch die Möglichkeit der individuellen Förderung. Wir sind der Meinung, dass der verlängerte Stundenrhythmus dafür sehr gut geeignet ist.

     

    Seit Sommer 2017 beschäftigt sich die SLS am Standort Handewitt kontrovers mit der Rhythmisierung. Hier ist gemeint, dass wir versuchen wollen, den Tages-, den Wochen- und den Jahresrhythmus zu vereinheitlichen, weil wir gemerkt haben, dass ein festes Strukturgerüst der Schulgemeinschaft insgesamt Ruhe und Sicherheit gibt. Es führt auch zu weniger Reibungsverlusten, wenn bestimmte terminliche, strukturelle und inhaltliche Rahmenbedingungen allen an Schule Beteiligten klar sind und diese nicht für jedes Schuljahr wieder neu ausverhandelt werden müssen. Zum Thema Rhythmisierung haben seit 2017 zwei Schulentwicklungstage, ca. 12 Schulhospitationen und regelmäßige Arbeitskreistreffen stattgefunden.

     

    Auf dem ersten Schulentwicklungstag (April 2018) am Standort Handewitt zum Thema Rhythmisierung wurden die Erkenntnisse der Schulhospitationen vorgestellt. Diese fanden an verschiedenen Schulformen statt. Es wurden Grundschulen, Gemeinschaftsschulen mit und ohne Oberstufe, Gymnasien, verbundene Systeme und freie Schulen besucht. Gemeinsam hatten diese Schulen, dass sie sich vom herkömmlichen 45-Minuten-Stundenrhythmus gelöst haben. Es gab Schulen, die 60-Minuten-Stunden, 67,5-Minutenstunden, 80-Minuten Stunden oder 90-Minuten-Stunden hatten. Es gab auch Schulen, die verschiedene Stundenzeiten am Tag hatten (90-60-45 Minuten). Wenn man ein gemeinsames Fazit dieser Schulhospitationen ziehen sollte, dann war es, dass bei allen Menschen, mit denen wir gesprochen haben, Einigkeit darüber bestand, dass der veränderte Stundenrhythmus sich positiv auf das Schulklima, den Unterricht und die Arbeitsbelastung der Lernenden ausgewirkt hat.

     

    Auf diesem Schulentwicklungstag im April 2018 am Standort Handewitt wurde beschlossen, dass der Unterricht an der Siegfried-Lenz-Schule – die Entscheidung der Schulkonferenz vorausgesetzt – in 60 Minuten Blöcken stattfinden soll.

     

    Im November 2017 (und seitdem regelmäßig) wurde von der Schulleitung im Schul- und Sportausschuss der Gemeinde Handewitt erstmalig über die Gedanken zu Rhythmisierung informiert. Der Schulelternbeirat und die Schülervertretung waren von Anfang an eingebunden. Es wurde auf Lehrerkonferenzen, Schulelternbeiratssitzungen und SV-Sitzungen regelmäßig über den Stand der Entwicklung und offene Fragen informiert und diskutiert.

     

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Erprobung: 03.02.2020 - 27.03.2020


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